Aus der Geschichte

Auf die Besiedlung des Golzheimer Raumes schon in prähistorischer Zeit weisen aus der Jungsteinzeit (4500 bis 1800 vor Christus) stammende Funde in der Gemarkung hin. Auch eine Besiedlung in der Eisenzeit (450 bis 50 vor Christus) ist anzunehmen. Weiterhin kann davon ausgegangen werden, dass der hiesige Raum im letzten Jahrhundert vor Christus von dem germanischen Volksstamm der Eburonen besiedelt war.Die Besiedlung des Raumes in und um Golzheim ab der in den Jahren 58 bis 51 vor Christus beginnenden Einverleibung des nördlich der Alpen gelegenen Galliens in das Römische Weltreich ist u. a. durch den Fund des Torsos einer Jupiterstatue in der westlichen Golzheimer Gemarkung und des heute im Pfarrgarten aufgestellten römischen Sarko-phags, der in der Gemarkung, „Auf dem Bock“ gefunden wurde, nachgewiesen.Ehrenmal Golzheim richtig
In das eigentliche Licht der Geschichte tritt Golzheim nach heutigen Erkenntnissen erstmals im Jahre 1015. Der Kölner Erzbischof Heribert (999 bis 1021) verwendet sich in diesem Jahr für das Kloster St. Omer und das Stift Bertin, beide im Pas de Calais (Frankreich) gelegen, mit dem Erfolg der Bestätigung von Besitz beider Einrichtungen in Golzheim. Bedeutung erlangte der Ort durch die wohl 1556 erfolgte Einrichtung eines Schöffengerichts in Golzheim, zuständig für Golzheim, Eschweiler über Feld, Ollesheim, Kauweiler, Manheim und Buir. Das Gericht tagte bis 1739 in Golzheim. Im Jahre 1698 wurde der wohl bedeutendste Sohn Golzheims, der spätere Jesuitenpater und Missionar Johann Kaspar Kratz in Golzheim geboren, wo er am 14. September 1698 auch getauft wurde. Er wurde nach neunmonatiger Kerker-haft am 12. Januar 1737 in Tongking (im Norden des heutigen Vietnam gelegen) enthauptet.
Während des 7-jährigen Krieges von 1756 bis 1763 hatte Golzheim 372 Einwohner. Die Pfarre gehörte zum Dekanat Bergheim. Im Ersten Koalitionskrieg (1792 bis 1797) wurde Golzheim, das spätestens ab 1219 zum von einer Graf-schaft über eine Markgrafschaft entwickelten Herzogtum Jülich gehört hatte, in der Nacht vom 2. zum 3. Oktober 1794 von französischen Truppen eingenommen und nach dem Frieden von Basel (1795) franzö-sisches Staatsgebiet. Die Pfarrkirche St. Martinus in Bauweiler wurde aufgelöst und kam vor 1809 zur Pfarrkirche Sankt Gregorius Golzheim.
Kirche GolzheimAnfang des Jahres 1814 erfolgte die Besetzung des Rheinlandes durch preußische Truppen. Golzheim kam zum neuge-bildeten Kreis Düren im ebenfalls neu gebildeten Regierungsbezirk Aachen und wurde der später gebildeten zu Preußen gehörenden Rheinprovinz zugeschlagen.
Im Jahre 1871 hatte Golzheim einschließlich Bauweiler und den Wolfskauler Höfen 815 Einwohner. Am 7. Oktober 1895 brannte die alte Golzheimer Pfarrkirche, ebenso wie die heutige Pfarrkirche dem Heiligen Gregorius dem Großen geweiht, ab. Die heutige Pfarrkirche wurde in den folgenden Jahren in der heutigen Buirer Straße neu errichtet und im Jahre 1898 geweiht.
Im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 blieb Golzheim zwar erspart, Kriegsschauplatz zu sein, doch zahlte Golzheim einen hohen Blutzoll. 28 Golzheimer Soldaten fielen an den Fronten. Nach dem Ersten Weltkrieg war Golzheim von britischen, später von französischen Truppen besetzt.
Bei den Reichstagswahlen vom 6. November 1932 erhielt die NSDAP von 240 abgegebenen Stimmen nur 30 Stimmen. Bei den Reichstagswahlen vom 5. März 1933 votierten von 240 Wählern 126 für die NSDAP.
Fatima-Kapelle_kleinIm kommunalpolitischen Bereich wurden die Ämter Merzenich, zu dem Golzheim gehörte, und Arnoldsweiler am 1. April 1936 zum Amt Merzenich vereinigt, das 7366 Einwohner zählte.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges gelangte Golzheim durch die Anlage eines Feldflugplatzes im Bereich Wasserturm/ Schützenhalle zu einer gewissen militärischen Bedeutung. Als in der Nacht vom 25. zum 26. Februar 1945 US-Truppen Golzheim besetzten, schlug für Golzheim die Stunde der Freiheit und es bedeutete praktisch das Ende eines furchtbaren Krieges. Dieser Krieg hatte von der Golzheimer Bevölkerung 62 Kriegstote und Kriegsvermisste gefordert. Nach den Wiederaufbaujahren kam es Anfang der 60er Jahre in Golzheim zur Ausweisung eines recht großen Baugebietes. Diese zog eine zügige Bebauung nach sich, die das hübsche Neubaugebiet im Nordosten von Golzheim entstehen ließ.
Seit dem 1. Juli 1969 gehört Golzheim auf Grund Gesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen vom 24. Juni 1969 zur neu errichteten Gemeinde Merzenich und hat heute 1340 Einwohner.

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